Neues aus dem Leseland Deutschland – Romane, Sachbücher, Hörbücher kritisch beleuchtet. Buchmarkttrends und literarisches Leben unterhaltsam präsentiert.
Ken Folletts Mittelalter-Epos "Die Säulen der Erde" war vor zwanzig Jahren so etwas wie ein Trendsetter. Mittlerweile sind Romane um Ritter, Beginen und Wanderhuren so beliebt, dass inzwischen auch eine ganze Reihe deutscher Autoren und Autorinnen das Genre für sich entdeckt hat.
Der Erfolg historischer Romane: ein deutsches Phänomen. Silke Bartlick über erfolgreiche Geschichten und Geschäfte.
Fit in allen historischen Epochen: die Bestsellerautorin Andrea Schacht. Porträt von Udo Marquardt. Die weiteren Themen und Titel: Lesen mit Fahrschein. Die Lesereihe MobiLES bringt Autoren und ihre Leser in Bus und Bahn zusammen. Eine Reportage von Sola Hülsewig. Buchtipp: Roberto Bolano "2666". Roman. Aus dem Span. von Christian Hansen. Hanser Verl. 1096 S. 29,90 Euro Buchmanieren: Ein Poesie-Traumland. Kolumne von Thomas Böhm. Podcast Deutsche Klassiker: Franziska zu Reventlow "Tot" (Ausschnitt)
Ihr biografischer Roman "Das verborgene Wort" war ein großer Erfolg. Die Geschichte des Mädchens aus einfachen Verhältnissen, das sich den Zugang zur Welt der Bücher erkämpft, hat viele deutsche Leser berührt. Jetzt hat Ulla Hahn die Geschichte weiter geschrieben.
Auch eine Geschichte hinter der Geschichte der Bundesrepublik: Ulla Hahns autobiografischer Roman "Aufbruch". Vorgestellt im Gespräch mit der Autorin von Heide Soltau. Deutsche Verlagsanstalt. 587 S. 24,95 Euro. Die weiteren Themen und Bücher: Ermordet, verhaftet, verschwunden: das deutsche P.E.N.-Zentrum erinnert an verfolgte Schriftsteller ("Tag des Schriftstellers im Gefängnis am 15.11.) Verena Auffermann (u.a.) "Leidenschaften". 99 Autorinnen der Weltliteratur. Bertelsmann. 638 S. m. Abb. 24,95 Euro.
Gespräch mit der Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau. Hörbuchtipp: Dorothee Meyer-Kahrweg: Chronik der Bundesrepublik. Mit Original-Tondokumenten aus 60 Jahren Politik, Kultur und Alltagsleben. Der Hörverlag. 11 CD. 29,95 Euro. Spinnens Wortschau: Fremdschämen. Eine Sprachglosse des Schriftstellers Burkhard Spinnen.
Die Schriftstellerin Gudrun Pausewang wird für ihr Lebenswerk geehrt.
In Lateinamerika ist Gudrun Pausewang ungefähr so bekannt wie Günter Grass. Was damit zu tun hat, dass ein Großteil ihrer Jugendbücher eben dort spielt, wo sie als junge Lehrerin auch gearbeitet hat. Seit dem Erfolg ihres Romans "Die Wolke" über einen fiktiven Reaktorunfall ist ihr Name auch in anderen Ländern der Welt ein Begriff. Am 13. November bekommt sie den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Ein Porträt der streitbaren Schriftstellerin von Kristine von Soden. Die weiteren Themen und Bücher: Rüdiger Safranski: Goethe & Schiller. Geschichte einer Freundschaft. Hanser Verlag 2009. 344 S. 21,50 Euro Thomas von Steinaecker: "Schutzgebiet". Roman. Frankfurter Verlagsanstalt 2009. 383 S. 19,90 Euro. Geflügelte Worte: Martin Stankowski erläutert den Begriff "Den Löffel abgeben" Deutsche Klassiker: Annette von Droste-Hülshoff "Die Judenbuche" (Ausschnitt)
Erst vor einem Jahr hatte der große alte mann der deutschen Literatur, Siegfried Lenz, überraschend großen Erfolg mit seiner Novelle "Schweigeminute". Jetzt hat er wieder eine neue Erzählung vorgelegt: "Landesbühne".
Siegfried Lenz: Landesbühne. Erzählung. Hoffmann & Campe. 120 S. 17 Euro. Die weiteren Themen und Bücher: "Aufgelesen": 20 Jahre Mauerfall.
- Kowalczuk, Ilko-Sascha: "Die 101 wichtigsten Fragen. DDR." Verlag C.H. Beck, 159 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-406-59232-4
- Hosfeld, Rolf; Pölking, Hermann: "Wir Deutschen." 1982 bis 1990. Die Deutschen auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Piper, 185 Seiten, 1 DVD, 19,95 Euro, ISBN 978-3-492-05340-2
- Buchwald, Christoph; Wagenbach, Klaus (Hg.), "100 Gedichte aus der DDR." 2 CDs, 141 Minuten, gelesen von Katharina Thalbach und Axel Prahl. Patmos Verlag, ISBN 978-3-491-91301-1 Brigitte Kronauer: "Zwei schwarze Jäger". Roman. Klett-Cotta 2009. 290 S. 21,90 Euro Spinnens Wortschau: Vom inflationären Gebracuh des Wortes "geil". Sprachglosse von Burkhard Spinnen.
Feridun Zaimoglus neuer Roman "Hinterland" ist eine Liebesgeschichte, die quer durch Europa führt. Eine Geschichte, die Wurzeln in der deutschen Romantik hat.
Feridun Zaimoglu lebt seit seiner Kindheit in Deutschland.In seinen Büchern verbinden sich Anteile deutscher und türkischer Kultur. Sein neuer Roman ist eine Art Märchen, in dem elfengleiche Frauen und Wichtelmännchen eine Rolle spielen. Anlass, mit ihm über sein Faible für die Romantik, die deutsche Sprache – und Gartenzwerge zu sprechen: "Ich liebe Wichtelmännchen". Gespräch mit dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu.
(Sein Roman "Hinterland" ist erschienen bei Kiepenheuer & Witsch; 442 S. 19,95 Euro) Die weiteren Themen und Bücher: Stefan Thome: "Grenzgang". Roman. Suhrkamp Verl. 454 S. 22,80 Euro. Ein Deutscher in Taiwan: Stefan Thome im Gespräch "Ein Buch schreibt Geschichte: 50 Jahre 'Die Blechtrommel'. Rundgang durch eine Ausstellung in Lübeck
Über eine Woche war Frankfurt am Main Welthauptstadt der Literatur. Und zum Schluss war das Gelände der Buchmesse wieder ganz in der Hand der Leserinnen und Leser. Gute Tradition ist es auch, dass die Messe-Ausgabe der "Bücherwelt" direkt vom Ü-Wagen der Deutschen Welle aus Frankfurt kommt.
Gabriela Schaaf und Ihr Reporterteam versuchen, etwas von der einmaligen Atmosphäre dieser Messe zu vermitteln. Außerdem im Gespräch bei der "Bücherwelt": Kathrin Schmidt Geboren 1958 in der DDR, im thüringischen Gotha, war die Schriftstellerin bisher eher ein Geheimtipp. Ihren skurrilen, humorvollen Milieu- und Personenstudien möchte man unbedingt viele Leser wünschen. Für ihren jetzt mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman "Du stirbst nicht" wird das wohl auf jeden Fall eintreffen. Frank Schätzing Mit seinem extravaganten und ebenso sportlich wie eleganten Outfit gehörte der Thrillerautor sicher zu den bestgekleideten Männern dieser Messe. Das allein macht natürlich nicht seinen Erfolg aus: mit 3,8 Millionen verkauften Exemplaren seines Untergangsszenarios "Der Schwarm" gehört er zu den rar gesäten international erfolgreichen deutschen Thrillerautoren. Wir sprechen auch über sein neues Buch „Limit“, mit dem er auf der Messe eine Lesung und viele weitere Auftritte absolvierte und in fast allen Talkshows des deutschen Fernsehens war. Und wer war noch in Frankfurt? Die neue Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller natürlich, begehrt und umringt, aber immer etwas schüchtern. Weniger schüchtern, Günter Wallraff mit seinen neuen Enthüllungsreportagen. Margaret Atwood aus Kanada – auch schon seit Jahren eine Favoriten für den Nobelpreis. Und Claudio Magris, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wurde. Weitere Themen: 20 Jahre Mauerfall Ein Jubiläum in Deutschland, das auch auf den Buchmarkt seinen Niederschlag findet. Cornelia Rabitz hat sich umgesehen, was es dazu Neues im Sachbuch gibt, und ist dabei unter anderem auf den Autor Dieter Schütt gestoßen: Gastland China Wie war es denn nun im Rückblick betrachtet mit dem als so schwierig gefürchteten Aufeinandertreffen von chinesischen Büchermenschen aus der offiziellen Delegation einerseits und den chinesischen Exil-Autoren und Dissidenten andererseits. Der Journalist und DW-Kollege Shi Ming hat auf der Messe genau beobachtet. Ausblick auf 2010 Nach China dürfte wird es mit dem Gastland Argentinien im nächsten Jahr auf jeden Fall weniger heikel werden. Der größte Buchproduzent Lateinamerikas hat sich schon auf dieser Messe vorgestellt – nicht nur mit Tango-Klängen, sondern auch mit dem Ausblick auf einen Auftritt, der sich vor allem mit der wechselhaften Geschichte des Landes beschäftigen will. Die Heimat so berühmter Autoren wie Jorge Luis Borges und Julio Cortázar kann nicht auf eine lange Einwanderungstradition zurückblicken, sondern auch auf die unrühmliche Zeit der Militärdiktatur. Eine Epoche, der man sich heute offensiv stellt. Moderation & Redaktion: Gabriela Schaaf (Bö)
Die meisten Leser in Deutschland werden wohl zum ersten Mal mit einem chinesischen Buch konfrontiert, wenn sich China in der kommenden Woche auf der Frankfurter Buchmesse als Gastland präsentiert. Aber worüber schreiben chinesische Autoren? Was treibt sie an? Und haben sie angesichts der Zensur überhaupt die Möglichkeit, frei zu schreiben?
Zwischen Markt und Zensur: wo steht die chinesische Literatur - Studiogäste: Wolfgang Kubin, Professor für chinesische Literatur in Bonn, Herausgeber einer großen Geschichte der chinesischen Literatur, Schriftsteller und Übersetzer. Einige chinesische Lyrikbände, die in diesem Herbst auf deutsch erschienen sind, sind von ihm übersetzt. Shi Ming, Übersetzer, Journalist und Kenner der chinesischen Literatur, der vor allem auch die Themen und Veränderungen in der Darstellung beobachtet. Buchvorstellungen: Zu den wichtigsten und interessantesten Neuerscheinungen in diesem Herbst gehört der Roman "Brüder" von Yu Hua (S. Fischer Verlag), der einen historischen Bogen spannt von der entfesselten Gewalt während der Kulturrevolution (1966-1976)bis hin zum entfesselten Wirtschaftsboom. Yan Lianke "Der Traum meines Großvaters" (Ullstein Verlag). Auch hier geht es um ein politisches Thema: in den 1990iger Jahren haben sich in etlichen chinesischen Provinzen Menschen mit AIDS verseucht. Ein Skandal, der vertuscht wurde, weil die Regierung hier offensichtlich auch verantwortungslos gehandelt hatte. Literaturnobelpreis für Herta Müller: Rodica Binder aus der rumänischen Redaktion der Deutschen Welle über die Reaktionen in Rumänien.
"Momo", eines der erfolgreichsten Jugendbücher der Welt - in 40 Sprachen übersetzt und in mehr als 7 Millionen Exemplaren auf dem internationalen Buchmarkt, ist jetzt in einer künstlerisch gestalteten Neuausgabe herausgekommen.
Ausgestattet hat diese Neuausgabe der Buch-Künstler Friedrich Hechelmann. Seine großformatigen Zeichnungen und Kapitel-Vignetten sind derzeit auch in einer Ausstellung im Schloß Isny/Allgäu zu sehen. Unser Reporter Martin Mölder hat sich im Atelier zeigen lassen, wie die Buchillustrationen entstanden sind. "Momo" von Michael Ende. Schmuckausgabe mit Zeichnungen von Friedrich Hechelmann, Thienemann Verlag, 39,90 Euro Außerdem in der Sendung: - Weggesperrt - ein fiktiver Roman mit realexistierendem politischen Hintergrund. Ein Stück unbekannter DDR-Geschichte. Grit Poppe "Weggesperrt". Jugendbuch, Dressler-Verlag, 9,95 Euro - Ausgezeichnet - ein neuer Internationaler Literaturpreis für Autor und Übersetzer. Gespräch mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler über den peruanischen Preisträger Daniel Alarcon. - Requiem eines Sohnes - der Journalist Georg Diez hat eine bewegendes Buch über einen langen Abschied geschrieben. "Der Tod der Mutter", Kiepenheuer & Witsch,16,75 Euro - Hör-Buch-Ausschnitt: Klassiker reloaded - Joseph von Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts. Gelesen von Wolfgang Rüther. Bei DW-Kultur>Buch in der vollständigen Fassung als podcast zu hören Moderation: Heike Mund Redaktion: Gabriela Schaaf
Unsere Welt der Bücher sieht so aus: Leon de Winter und sein Buch über die Zukunft Israels. Die Wiederentdeckung des vielleicht ersten deutschen Popliteraten. Spinnens Wortschau über unsägliches aus der Wirtschaftssprache.
Leon de Winter gehört zu den großen europäischen Schriftstellern der Gegenwart. Seine Helden sind meist tragikkomische Typen, die zwar durchs Leben kommen, aber auch nur irgendwie. Spannendes, kluges Lesefutter, das die schweren Themen des Lebens leicht vermittelt. „Easy reading is hard writing“ soll er einmal gesagt haben. Leon de Winter ist der Sohn niederländischer, orthodoxer Juden, die den Holocaust in einem Versteck überlebt haben. Da ist viel Autobiographisches in seinen Geschichten, die sich immer wieder mit dem Judentum auseinandersetzen. De Winters neues Werk beschäftigt sich mit dem Nahostkonflikt. Es heißt „Das Recht auf Rückkehr.“ Leon de Winter: "Das Recht auf Rückkehr". Diogenes Verlag 2009. 560 Seiten. 22,90 Euro Außerdem in der Sendung: Von einem der durchzog, das Leben zu lernen. Die Wiederentdeckung eines literarischen Bürgerschrecks. Jörg Fauser: "Werkausgabe in neun Bänden". Diogenes Verlag 2009. 79,- Euro Was haben sie am 9. November 1989 gemacht? Der griechischstämmige Schweizer Autor Perikles Monioudis über Mauerfall und Erinnerung. Spinnens Wortschau: "Am Ende des Tages". Burkhard Spinnen erklärt, wie uns die Sprache der Wirtschaft direkt in babylonische Verhältnisse führt. Klassiker der Deutschen Sprache - diesmal: E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann. Gelesen von Wolfgang Rüther. Zu hören sind die Klassiker im Netz - www.dw-world.de/kultur
Jules Maigret ist wohl der berühmteste Ermittler des 20. Jahrhunderts. Alle Fälle des altmodischen Kommissars mit der Pfeife liegen als neue Werkausgabe vor.
Über 100 Fälle hat er in knapp 40 Jahren gelöst – und obwohl er nur eine Erfindung des Belgiers Georges Simenon ist, hat man eine sehr lebendige Vorstellung von Jules Maigret. Denn kaum einer hat weltweit so viele Filmgesichter wie der Kommissar mit der Pfeife: der Brite Charles Laughton hat ihn gespielt, der Deutsche Heinz Rühmann. Es gibt russische, italienische und sogar japanische Maigrets – und natürlich den unvergesslichen Jean Gabin. Und als handelte es sich tatsächlich um eine lebendige Person, hat der diogenes Verlag seinem Kommissar zum 80. Geburtstag in diesem Jahr eine Gesamtausgabe gewidmet. - Monsieur Maigret und die Wirklichkeit. Liebeserklärung eines Lesers.
Die Maigret Gesamtausgabe in 75 Bänden. diogenes Verlag. Jeder Band 9 Euro Das Krimigespräch mit Ulrich Noller: Neue deutsche Thriller.
Mechtild Borrmann: Mitten in der Stadt. Pendragon Verl. 210 S. 9,90 Euro
Stephan Brüggenthies: Der geheimnislose Junge. Eichborn Verl. 510 S. 16,95 Euro Aufgelesen - noch mehr Bücher:
Schwarzer, Alice, „Marion Dönhoff. Ein widerständiges Leben“. Hörbuch, 3 CDs, 223 Minuten, gelesen von Alice Schwarzer und Marion Gräfin Dönhoff. Der Hörverlag, 24,95 Euro, ISBN 978-3-86717-452-7 Kissler, Alexander, „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“. Gütersloher Verlagshaus, 192 Seiten, 16,95 Euro, ISBN 978-3-579-06886-2 Zeh, Juli und Slut, „Corpus Delicti. Eine Schallnovelle“. Hörbuch, 1 CD, 57 Minuten, Texte von Juli Zeh, Songtexte von Christian Neuburger, gesprochen von Helene Grass, Gunter Heun, Christian Neuburger, Jan Carlos Wittmer, Juli Zeh, Musik von Slut. Schöffling Verlag und Strange Ways Records, 18 Euro, ISBN 978-3-89561-435- Buchtipp: Norbert Scheuer "Überm Rauschen". Beck Verl. 167 S. 17,90 Euro Geflügelte Worte erklärt von Martin Stankowski: "Das Ei des Kolumbus"
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