Treffpunkt Europa: Der Wochenrückblick auf wesentliche Ereignisse und Entwicklungen in Europa.

Treffpunkt Europa: Der Wochenrückblick auf wesentliche Ereignisse und Entwicklungen in Europa.

Wichtiger Hinweis: Diese Sendereihe wird am 23.10.2009 zum letzten Mal im Deutschen Programm von DW-RADIO ausgestrahlt. Dieser Podcast wird ebenfalls nicht fortgesetzt.

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Treffpunkt Europa: Treffpunkt Europa - der Wochenrückblick

Published: 2009-10-23 19:30:00

Mehr als zwei Drittel der EU-Staaten scheitern in diesem Jahr an den Euro-Stabilitätskriterien. Wie reagiert die Politik? Die EU-Strategie für den Weltklimagipfel in Kopenhagen und ein europäischer Rebell feiert Geburtstag: die Themen in dieser letzten Ausgabe von "Treffpunkt Europa".
Sparen, sparen, sparen – so hieß die Devise für die Haushalte der europäischen Regierungen noch vor kurzem. Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichtete die Euro-Länder zum Schuldenabbau und dafür müssten die Staaten auf die Ausgabenbremse treten. Mit der Wirtschaftskrise scheint dieses Gebot nun nicht mehr zu gelten. Europas Strategie gegen die Erderwärmung In wenigen Wochen soll in Kopenhagen ein neuer Klimavertrag verhandelt werden. Doch anstatt sich geschlossen für den Kampf gegen die Erderwärmung zu präsentieren, reisen die Europäer wohl heillos zerstritten zu dem Gipfel. Eine Gruppe mittel- und osteuropäischer Länder um Polen sperrt sich vor allem gegen die geplante Verteilung der milliardenschweren Kosten für den Kampf gegen die Erderwärmung. Ein kleiner Franzose wird 50 Der Franzose Asterix - erschaffen von einem italienisch-stämmigen Zeichner und einem Texter mit polnisch-ukranischen Vorfahren - ist die wohl bekannteste europäische Comicfigur. In diesem Jahr feiert der rebellische Gallier seinen 50. Geburtstag. Wir gratulieren. Gibt es eine europäische Identität? Die 42. Ausgabe des Treffpunkts Europa in diesem Jahr ist zugleich die letzte Sendung. Bereits in diesem Sommer hat die Deutsche Welle den Radioverbund europäischer Rundfunkanstalten "Euranet" verlassen – nun endet auch die in dieser Kooperation entstandene Wochenendsendung mit europäischen Themen. In der letzten Ausgabe des Treffpunkts blicken wir auf ein Vierteljahrhundert Europaberichterstattung zurück und fragen die Erlanger Kommunikationswissenschaftlerin Christina Holtz-Bacha, wie es heute um die europäische Identität bestellt ist. Moderation und Redaktion der Sendung: Andreas Noll

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Treffpunkt Europa: Treffpunkt Europa - der Wochenrückblick

Published: 2009-10-16 19:30:00

Warum die EU die Türkei rügt. Wie die Türkei darauf reagiert. Und wie es abgeschobenen Kosovo-Flüchtlingen ergehen könnte. Das und vieles mehr – diesmal im Treffpunkt Europa.
Es steht 26 zu eins. In 26 EU-Ländern ist der Reformvertrag von Lissabon mittlerweile ratifiziert, am vergangenen Wochenende unterschrieb als Vorletzter auch der ewige EU-Reformbremser, Polens Präsident Kaczynski – wobei ihm ironischerweise beim ersten Versuch der Füller versagte. Die rote Laterne der Reformvertrag-Verweigerer trägt deshalb der tschechische Präsident Vaclav Klaus. Wie reagiert Brüssel? Vor genau vier Jahren hat die Europäische Union Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eröffnet. Wenn es nach Frankreich, Griechenland und Österreich geht, schlägt die EU beim kommenden Gipfel im Dezember eine härtere Gangart gegen die das Land am Bosporus ein. Alle Gegner einer Vollmitgliedschaft können sich durch den in dieser Woche vorgelegten Fortschrittsbericht der EU bestätigt fühlen. Darin kritisiert die EU nämlich das Reformtempo in der Türkei – und rügt insbesondere Mängel bei Pressefreiheit und Bürgerrechten. Europa-Euphorie verflogen Die Hausaufgabenliste der EU konnte den Alltag in Ankara überhaupt nicht aus der Bahn werfen. Weil Ministerpräsident Erdogan und die gesamte Regierung das Gefühl hat, dass eine baldige EU-Aufnahme unmöglich ist, machen sie ihren eigenen Stiefel. Dabei reformieren sie an einigen Stellen weiter – aber ohne auf Brüssel zu schielen. Denn die Europa-Euphorie am Bosporus ist vorbei. Gut zehn Jahre nach Ende des Kosovo-Krieges stehen Tausende kosovarischer Flüchtlingen in Deutschland vor der Abschiebung. 14 Tausend sollen in den kommenden Jahren davon betroffen sein, heißt es aus dem Bundesinnenministerium, im Herbst soll ein Rücknahmeabkommen unterzeichnet werden. Die Mehrzahl der Abgeschobenen sind Roma. Wo sie landen werden, davon haben wir uns ein Bild gemacht. Tretminen in Kroatien In Kroatien, vorwiegend im touristisch unterschlossenen Nordosten des Landes, liegen noch zwei Millionen Landminen, die der Krieg dem Land als Altlast hinterlassen hat. Tausende Menschen wurden inzwischen dadurch verletzt, mehr als 500 getötet. Die Minen vermiesen nicht nur den Kindern ihr Spiel und den Bauern ihre Ernte, sie verhindern überhaupt, dass die Region sich wirtschaftlich entwickelt. Rummel um Jean Sarkozy Bei seinem Amtsantritt noch hatte Frankreichs Staatspräsident Sarkozy gegen die Vetternwirtschaft gewettert und geschworen, sie mit Stumpf und Stil zu bekämpfen. Zu dumm bloß, dass jetzt hochkocht, dass sein eigener Sohn, gerade mal 23, Chef einer milliardenschweren Planungsgesellschaft werden soll. Ein Schelm, wer da Nepotismus wittert. Denn Jean Sarkozy, ein Jurastudent, ist noch meilenweit vom Abschluss entfernt.

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Treffpunkt Europa: "Treffpunkt Europa": Der Wochenrückblick

Published: 2009-10-09 19:30:00

Wie es nach dem Referendum in Irland mit der europäischen Integration nun weiter geht. Warum das italienische Verfassungsgericht die Immunität des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufgehoben hat. Was sich Griechenland von seinem neuen Premier Giorgos Papandreou verspricht. Dies und mehr bei "Treffpunkt Europa".
Die Iren haben am Freitag (02.10.2009) im zweiten Anlauf den Vertrag von Lissabon mit deutlicher Mehrheit gebilligt. Nach dem Endergebnis votierten 67,1 Prozent der Iren für das EU-Reformwerk. Der Lissabon-Vertrag soll die Europäische Union handlungsfähiger machen, nachdem sie auf 27 Mitglieder angewachsen ist. Seit fast acht Jahren haben sich Europa-Politiker für den Vertrag eingesetzt. Irland ist das einzige Land, in dem per Referendum über die Reform entschieden wurde. Torsten Huhn berichtet für Treffpunkt Europa aus Dublin über das Referendum. Außerdem erklärt der Europa-Experte der Deutschen Welle, Bernd Riegert, wie es nun mit der europäischen Integration weiter geht. Silvio Berlusconi verliert Immunität Das italienische Verfassungsgericht hat am Mittwoch (07.10.2009) in Rom ein Gesetz gekippt, das dem Regierungschef Silvio Berlusconi Immunität während seiner Amtszeit zusicherte. Die Richter erklärten, dass das Gesetz gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoße. Nun drohen dem 73-jährigen Ministerpräsidenten verschiedene Strafverfahren. So wird er sich unter Umständen wegen Beeinflussung der Justiz vor Gericht verantworten müssen. Gregor Hoppe fasst die Einzelheiten des folgenschweren Urteils zusammen. Gericht spricht "Cap Anamur"-Retter frei Ein Gericht in Sizilien hat am Mittwoch den ehemaligen Leiter der Hilfsorganisation "Cap Anamur", Elias Bierdel, vom Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Einwanderung freigesprochen. Ebenfalls Freisprüche gab es für den Schiffskapitän Stefan Schmidt und einen Schiffsoffizier. Die Männer hatten vor fünf Jahren 37 afrikanische Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Nach zähen Verhandlungen hatten sie die Flüchtlinge in Sizilien an Land bringen dürfen. Allerdings warf ihnen die italienische Staatsanwaltschaft daraufhin Beihilfe zur illegalen Einwanderung vor. Karl Hoffmann berichtet über die italienische Flüchtlingspolitik. Machtwechsel in Athen Griechenland hat am vergangenen Sonntag (04.10.2009) gewählt und sich für einen Neuanfang entschieden. Neuer sozialistischer Premier ist Giorgos Papandreou. Er holte für die "Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK)" die absolute Mehrheit. Seine Partei hält im Parlament nun 160 von 300 Sitzen. Giorgos Papandreou entstammt einer alten Politikerfamilie: Bereits sein Vater und sein Großvater waren Ministerpräsidenten. Europaweit ist das eine Premiere. Der "junge Giorgos", wie ihn die Griechen nennen, soll dem von Korruption und Vetternwirtschaft gebeutelten Land nun Moral und Modernisierung bringen. Ulrich Pick mit einem Bericht über Griechenland nach der Wahl. Kampf gegen Bandenkriminalität in Manchester Eine ganze Reihe von britischen Großstädten ist für ihre Banden-Kriminalität berüchtigt. Jugendliche, die noch lange nicht volljährig sind, machen nachts die Straßen unsicher. Sie leisten sich Kämpfe mit verfeindeten Gangs, dealen mit Drogen und stehlen. Der "Daily Telegraph" zitierte vor einiger Zeit ein früheres Bandenmitglied, das erklärte, welche seiner Altersgenossen besonders gefährdet seien: "Am einfachsten sind jene in die Bande zu locken, deren Mutter abends lange weg ist und arbeitet, die keinen Vater in der Familie haben. Also Kids, die noch spät auf der Straße sind und nach einer Gelegenheit suchen, an Geld zu kommen." In Manchester hat die Kirche reagiert: Dort versuchen nun "Street Pastors", kirchliche Sozialarbeiter, gefährdete Jugendliche wieder auf den rechten Weg zu bringen - mit Erfolg. Lars Bevanger war mit einem Street Pastor unterwegs.

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Treffpunkt Europa: Treffpunkt Europa: "Der Wochenrückblick"

Published: 2009-10-02 19:30:00

Großbritanniens Arbeiterpartei sorgt sich um Machtverlust. Italienische Bürger protestieren gegen die Einschränkung der Pressefreiheit. Polen produziert ein Elektroauto für den Stadtverkehr. DDR-Flüchtlinge und Politiker gedenken an die Massenflucht vor 20 Jahren in Prag. Diese und weitere Themen in unserer Sendung.
Ein ähnliches Schicksal wie der deutschen Sozialdemokratie droht der Labour-Partei in Großbritannien. Seit zwölf Jahren ist die Arbeiterpartei an der Macht. Laut Umfragen würden sie jetzt aber nur noch 24 Prozent der Briten wählen. Nun hofft Premierminister Gordon Brown das Ruder noch mal rumzureißen. Auf dem großen Labour-Parteitag in Brighten schwor er seine Partei auf einen harten Wahlkampf ein. Voraussichtlich im Mai nächsten Jahres wird in Großbritannien eine neue Regierung gewählt. Barbara Wesel berichtet Pressefreiheit in Italien bedroht Trotz zahlreicher Skandale genießt der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi weiterhin viel Zustimmung bei den Bürgern. Ein Grund liegt in seiner Medienmacht. Die meisten Privatsender gehören ihm und auch staatliche Sender und unabhängige Medien versucht er zu beeinflussen. Die Pressefreiheit ist in Italien ernsthaft bedroht. An diesem Wochenende protestieren dagegen mehrere tausend Italiener. EU-Kampagne zur gesunden Ernährung Falsche Ernährung und fehlende Bewegung sind die Ursache für Übergewicht und Fettleibigkeit. In Europa sind besonders die Deutschen davon betroffen. Zwei Drittel der erwachsenen Männer und mehr als die Hälfte der Frauen gelten inzwischen als übergewichtig oder gar fettleibig. Bei Kindern sind es schon 15 Prozent. Die damit verbundenen Behandlungskosten belasten das Deutsche Gesundheitssystem mit bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr. In den europäischen Nachbarländern sieht die Situation nicht viel besser aus. Mit einer Kampagne zur gesunden Ernähung will die EU-Kommission Eltern und Kinder für dieses Thema sensibilisieren. Susanne Henn berichtet. Serienproduktion von Elektro-Autos in Polen In der zentralpolnischen Stadt Pruszkow hat die Serienherstellung von elektrisch angetriebenen Kleinautos begonnen. Das Elektroleichtmobil SAM fährt bis zu 90 km/h schnell, braucht nur sehr wenig Energie und hat eine Reichweite von 100 Kilometern. Das Stadtauto für zwei Personen fährt auf drei Rädern und kostet um die 15.000 Euro. In den nächsten Tagen soll der Verkauf beginnen. Vor allem Italiener, Deutsche, Briten und Schweizer zeigen sich interessiert. Justyna Bronska hat das Elektroauto getestet. Gedenken an Massenflucht von DDR-Bürgern vor 20 Jahren in Prag Es war eine dramatische Geschichte. Tausende DDR-Bürger flüchteten im August und September 1989 in die Bundesdeutsche Botschaft in Prag, um die Ausreise in den Westen zu erzwingen. Die befreiende Nachricht kam dann nach wochenlanger Belagerung am 30. September. Der damalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher rief vom Botschaftsbalkon den Flüchtlingen zu, dass sie ausreisen dürften. Diese Massenflucht beschleunigte das Ende der Teilung Europas. An diesem Mittwoch kamen ehemalige Flüchtlinge und Politiker zu einem Festakt in Prag zusammen. Christina Janssen war für uns dort.

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Treffpunkt Europa: In Europa geht es Irland am besten

Published: 2009-09-25 19:30:00

Eine Woche vor der erneuten Abstimmung über den Lissabon-Vertrag machen sich die Iren ihre Gedanken. Der Trend geht eher zur Zustimmung, denn außerhalb der Union möchte man nicht stehen.
Einmal im Jahr versammeln sich die irischen Bauern zur Ploughing Championship, der Meisterschaft im Wett-Pflügen, und dem dazugehörigen Landwirtschaftsfestival. Diesmal fand die Meisterschaft in Athy in der Grafschaft Kildare statt - ganz gegen irische Gewohnheit bei trockenem, meist sonnigem Wetter. Rund 150.000 Menschen waren vor Ort und zwischen Traktorenausstellung und Zuchtschau wurde auch über Politik gesprochen. Insbesondere das anstehende EU-Referendum war Thema: Am nächsten Freitag (02.10.2009) wird Irland erneut über den Lissabon-Vertrag abstimmen, der vor gut 15 Monaten noch deutlich abgelehnt worden war. Was sagen die Bauern diesmal? Martin Alioth hat sich umgehört. Schlag gegen Schleuser Die EU-Innenminister haben in dieser Woche mal wieder über eine gemeinsame Flüchtlingspolitik in Europa beraten. Vor allem ging es dabei um den besseren Schutz der Flüchtlinge. Gleichzeitig aber räumte die französische Polizei in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais mehrere illegale Flüchtlingslager und war dabei nicht gerade zimperlich: Viele Menschen wurden festgenommen, ihre Hütten und Verschläge mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht. Offiziell verkaufte man die Aktion hinterher als erfolgreichen Schlag gegen Schleuser. Das Flüchtlingsproblem an der nordfranzösischen Küste lösen die Räumungen aber nicht. In der Gegend um Calais halten sich viele Flüchtlinge illegal auf, weil sie hoffen durch den Kanaltunnel oder über den Fährhafen nach Großbritannien zu kommen. Johannes Duchrow war bei den Räumungen in Calais dabei. Tag der Sprachen Die EU-Kommission feiert an diesem Samstag (26.09.2009) den Europäischen Tag der Sprachen. Ein Aktionstag, der mit vielen Aktivitäten und Veranstaltungen auf die Bedeutung des Spracherwerbs hinweisen und zu lebenslangem Lernen ermutigen soll. Seit der Gründung der Europäischen Union hat die Zahl der Amtsprachen ständig zugenommen. Im Moment gibt es 23. Dass das oft auch zu Problemen und immensem Verwaltungsaufwand führt, darüber spricht EU-Kommissar Leonard Orbán mit der Deutschen Welle. Er ist für das Ressort Mehrsprachigkeit zuständig. Urteil im Formel-Eins-Skandal Die Formel Eins ist die Königsklasse des Motorsports. In keiner anderen Rennsportserie kann man sich ähnliche Meriten verdienen wie hier. Da überrascht es nicht, dass der eine oder andere Rennstall schon mal versucht zu schummeln, um sich einen Vorteil zu verschaffen. In der Vergangenheit hat es das immer wieder gegeben. Viel mehr als nur eine Schummelei war allerdings das, was sich das Formel-Eins-Team von Renault geleistet hat: Beim Rennen in Singapur im vergangenen ahr verursachte einer ihrer Piloten absichtlich einen Unfall, um seinem Team so einen Vorteil zu verschaffen. Ein Skandal, der vom Weltverband in den vergangenen Monaten geprüft worden ist. Über das Urteil gegen die Verantwortlichen, das diese Woche in Paris fiel, berichtet Olivia Fritz. Die Prinzessin und der Präsident Wenn ein Autor einen fiktiven Roman schriebt, muss er sich von den Lesern oft fragen lassen, was in seinem Buch denn nun der Realität entspricht, oder wie viel von ihm selbst in der Hauptperson seiner Geschichte steckt. Je näher die Handlung an realen Begebenheiten ist, umso stärker der Verdacht, dass der Verfasser eigentlich über sich selbst schreibt. Wenn der Autor noch dazu ein ehemaliger französischer Präsident ist und er in seinem Buch über eine Liebschaft mit einer nicht minder prominenten englischen Prinzessin erzählt, dann wirft das natürlich besonders viele Fragen auf. Der ehemalige französische Präsident Giscard- D’Estaign jedenfalls gibt den Lesern mit seinem neuen Buch "Die Prinzessin und der Präsident" ganz schön was zum Nachdenken mit auf den Weg. Evi Seibert hat nachgelesen. Moderation: Andreas Ziemons

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Treffpunkt Europa: Entspannt durch die Krise - Polen meistert die Wirtschaftskrise besser als alle anderen EU Staaten

Published: 2009-09-18 19:30:00

Ein Wirtschaftswachstum von 5 Prozent wie im letzten Jahr, werden zwar auch die Polen in diesem Jahr nicht mehr erreichen, aber immerhin soll die Wirtschaft auch nicht schrumpfen.
Tatsächlich ist Polen als einziges Land in Europa ohne Rezession durch die Krise gekommen. Die polnische Wirtschaft hat sogar vom Absturz der heimischen Währung profitiert. Der schwache Zloty hat den Export beflügelt und Investoren im Land bei der Stange gehalten. Vor allem aber haben die Banken in Polen viel "solider" gearbeitet und der private Konsum ist in Polen, nach wie vor, hoch. No milk today No milk today – wenn es nach den Bauern in Österreich, Frankreich, Belgien und Luxemburg ginge, dann wäre genau das im Moment das Ziel. Sie befinden sich im Milchstreik. Genau, wie die deutschen Bauern, die im letzten Jahr recht erfolgreich einen Milchboykott ausgerichtet hatten, wurden in dieser Woche Hunderttausende Liter Milch auf Äcker gekippt oder anderweitig entsorgt. Der Grund für den Ärger sind, nach wie vor, die niedrigen Milchpreise, die die aufgebrachten Bauern in regelmäßigen Abständen auch immer wieder vor die Tore der EU-Institutionen treiben. Auf den wachsendem Druck hatte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel vor dem Europaparlament in Straßburg mehr Unterstützung zugesagt. Sie will Milchbauern in den Preisverhandlungen mit der Industrie stärken. Fischer Boel schlug vor, einen neuen Rechtsrahmen für Verträge zwischen Erzeugern und Industrie zu schaffen. Europa zum Weiterwursteln? So lautete eine der Überschriften in der Presse nach der Wiederwahl von Jose Manuel Barroso zum EU-Kommissionspräsidenten. Mit 382 von 718 möglichen Stimmen wurde der Portugiese in seinem Amt bestätigt. Ein gutes Ergebnis für Barroso, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Nach seiner Nominierung im Juni war er als "schwach" und als "Chamäleon" beschimpft worden, weil er angeblich versuche es jedem Recht zu machen. Nach seiner Wiederwahl gab es Standing-Ovations im Europaparlament, allerdings nur von den Konservativen. Die Liberalen hatten nur nach vielen Versprechen, die Barroso ihnen gegeben hatte, für ihn gestimmt, die Sozialdemokraten hatten sich enthalten. Jetzt wird sich Barroso an dem messen lassen müssen, was er von den Versprechungen umsetzen kann. Slante! Cheers! Vor 250 Jahren setzte ein Mann namens Arthur Guinness seine Unterschrift unter den Pachtvertrag einer heruntergekommenen Brauerei am St. James’s Gate in Dublin. Das war der Anfang für eines der bekanntesten dunklen Biere der Welt. Der Pachtvertrag, der am 31. Dezember 1759 unterschrieben wurde hatte eine Laufzeit von 9.000 Jahren. Ein klarer Hinweis darauf, dass Arthur überzeugt war, dass es das Getränk aus Wasser, Hopfen, Hefe und Gerste, das seinen Namen tragen sollte, lange geben würde. Jetzt, 250 Jahre später, feiert die Dubliner Guinness Brauerei diesen runden Geburtstag mit einer ganzjährigen Party, bei der ganz sicher das eine oder andere Glas erhoben wird.

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Treffpunkt Europa: Nato kritisiert Bundeswehr in Afghanistan

Published: 2009-09-11 19:30:00

Warum die Nato meint, dass der deutsche Oberst Georg Klein die Bombardierung von zwei entführten Tanklastern nicht hätte anordnen dürfen. Wie sich die Sicherheitspolitik in Europa nach dem 11. September 2001 verändert hat. Wann das EU-Parlament über den Kommissionspräsidenten abstimmt - diese und weitere Themen bei uns in der Sendung.
Ein deutscher Oberst hat in Afghanistan am Freitag vergangener Woche (4.9.2009) zwei entführte Tanklaster bombardieren lassen. Die LKW steckten zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Kundus in einem Fluss fest. Bei dem Bomben-Abwurf kamen mindestens 56 Menschen um. Je nach Quelle wird auch von über hundert Toten gesprochen. Die Nato hat den Einsatzbefehl des Obersts scharf kritisiert. Sie geht davon aus, dass auch Zivilisten unter den Opfern sind. Laut Nato sei der Bomben-Abwurf nicht nötig gewesen. Am Boden habe keine Gefahr für Soldaten der Schutztruppe bestanden. Das Bundes-Verteidigungsministerium weist die Kritik zurück. In Berlin möchte man zunächst den abschließenden Untersuchungsbericht abwarten. Seit etwa sechs Jahren ist die Bundeswehr - zusammen mit anderen europäischen Verbündeten – Teil einer internationalen Schutztruppe in Afghanistan. Kai Küstner berichtet für Treffpunkt Europa. Außerdem erläutert Henning Riecke, Experte für Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, die Hintergründe des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. EU-Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001 Vor acht Jahren entführten Terroristen der Al-Kaida in den USA vier Flugzeuge. Zwei Flugzeuge lenkten sie in die Türme des World Trade Center, eines ins Pentagon. Das vierte stürzte nach einem Kampf zwischen den Entführern und der Besatzung sowie den Fluggästen im Bundesstaat Pennsylvania ab. Über 3.000 Menschen starben bei den Anschlägen. Die Attentate hatten immense Auswirkungen auf die ganze Welt. Auch die Sicherheitspolitik in Europa hat sich seither geändert. Die europäischen Regierungen haben ihre Sicherheitsapparate ausgebaut. Um den Schutz ihrer Bürger zu gewährleisten, haben sie viele Kontrollmaßnahmen ergriffen. Das führte auch dazu, dass Freiheitsrechte der Bürger beschnitten wurden. Christoph Hasselbach analysiert die Sicherheitspolitik der EU nach dem 11. September. Abstimmung im EU-Parlament über den Kommissionspräsidenten EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat einen Etappensieg erzielt: In dieser Woche (10.9.2009) kündigte das Europäische Parlament an, man werde bereits am Mittwoch (16.9.2009) über eine zweite Amtszeit des Portugiesen abstimmen. Seit Monaten setzt sich der konservative Kommissionspräsident für diesen relativ frühen Wahltermin ein. Für die Sozialisten im EU-Parlament liegt der Grund auf der Hand: Im September könne sich Barroso noch mit einer einfachen Mehrheit wiederwählen lassen. Ist der Lissabon-Vertrag erst in Kraft, sei eine absolute Mehrheit nötig. Katrin Brand berichtet für Treffpunkt Europa aus Brüssel. Europäer zeigen sich der Atomenergie gegenüber wieder aufgeschlossener Über Atompolitik wird leidenschaftlich gestritten: Die einen sagen, Atomenergie sei teuer und gefährlich. Die anderen halten sie für eine besonders saubere und kostengünstige Lösung. Fakt ist, dass die meisten europäischen Regierungschefs die Atomenergie auch weiterhin nutzen möchten. Und seit einiger Zeit sind die Europäer der Kernenergie gegenüber auch wieder aufgeschlossener, so die Meinungsforscher. Susanne Henn berichtet aus Brüssel über eine kontroverse Diskussion. Morgenkonzerte am Genfer See Die Stadt Genf und das örtliche Freibad "Des Paquis" haben in diesem Sommer ein Festival der klassischen Musik ausgerichtet, das jeweils in den Morgenstunden am Genfer See stattfand. Der Tag solle mit Kunst beginnen, das mache die Menschen vielleicht etwas toleranter, begründen die Veranstalter die Konzerte. Sie sind kostenlos und zum Wachwerden gibt es gratis eine Tasse Kaffee. Unsere Korrespondentin Stefanie Markert hat ein Konzert besucht. EM-Titel für deutsche Fußballerinnen Die deutschen Frauen sind Fußball-Europameister. Zum siebten Mal haben sie den Pokal geholt. In einem hochklassigen Spiel besiegte die deutsche Mannschaft am Donnerstagabend (10.9.2009) die englische Mannschaft mit 6:2.

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Treffpunkt Europa: Politiker und Veteranen gedenken des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren in Danzig

Published: 2009-09-04 19:30:00

Gedenkfeier auf der Danziger "Westerplatte". EU-Kommission verlangt von Europa, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Die Türkei und Armenien wollen ihre Beziehungen normalisieren. Sulina in Rumänien: Wie es sich am östlichsten Punkt der Europäischen Union heute lebt.
Mit dem Beschuss der Danziger Halbinsel "Westerplatte" begann vor 70 Jahren der Zweite Weltkrieg. Am Dienstag (1.9.2009) erinnerten Politiker und Veteranen in einer Gedenkfeier in Polen an die Opfer des Krieges. Über 20 europäische Staats- und Regierungschefs waren angereist. Vor Ort legten sie als Zeichen der Versöhnung große, blaue Grablichter am Fuße eines riesigen Denkmals ab. Mit Angela Merkel nahm zum ersten Mal ein deutscher Regierungschef an den Feierlichkeiten auf der Westerplatte teil. Die Polen gedenken an diesem Ort jedes Jahr des Kriegsbeginns. Ebenfalls anwesend: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin. Jan Pallokat berichtet für Treffpunkt Europa von der Feier. EU-Kommission: "Europa soll mehr Flüchtlinge aufnehmen" Weltweit sind etwa zehn Millionen Flüchtlinge unterwegs. Sie schlafen am Wegesrand, bauen sich notdürftig Unterkünfte, kommen in Flüchtlingslagern unter. Ihr Schicksal ist häufig ungewiss. Ein kleiner Teil der Flüchtlinge wird von der UNO allerdings auch offiziell umgesiedelt. Im vergangenen Jahr waren es 66.000 Menschen. Wenn die sicheren Staaten mehr Flüchtlinge aufnehmen würden, ließe sich für mehr Menschen eine neue Heimat finden, sagt die UNO. Im weltweiten Vergleich gehört Europa zu den Regionen, die besonders wenige Flüchtlinge aufnehmen. Das müsse anders werden, verlangt Jacques Barrot, Innen-Kommissar der EU. Er hat am Mittwoch (02.09.2009) ein entsprechendes Strategie-Papier vorgelegt. Susanne Henn berichtet aus Brüssel. Außerdem im Interview bei Treffpunkt Europa: Martin Watson, Leiter der Abteilung Kommunikation beim "Europäischen Rat für Flüchtlinge und Exilanten", einer Nichtregierungsorganisation in Brüssel. Türkei und Armenien wollen diplomatische Beziehungen aufnehmen Seit fast einem Jahrhundert stehen sich die Türkei und Armenien feindlich gegenüber. Im kollektiven Gedächtnis der Armenier fest verankert sind verheerende Massaker, die Türken an der armenischen Bevölkerung Anfang des 20. Jahrhunderts verübten. Vor knapp einem Jahr allerdings flog der türkische Präsident Abdulla Gül überraschend nach Eriwan, um sich dort das WM-Qualifikationsspiel zwischen der Türkei und Armenien anzuschauen. Die Schweiz hatte zuvor im Geheimen vermittelt. Und in dieser Woche, Montagnacht (31.08.2009), erklärten die Türkei und Armenien, sie wollten diplomatische Beziehungen aufnehmen. Ulrich Pick mit einem Bericht aus Istanbul über die Annäherung der beiden Staaten. Sulina in Rumänien: Leben am östlichsten Punkt der Europäischen Union Sulina ist einer der exotischsten Orte Europas. Das 5.000 Einwohner-Städtchen in Rumänien liegt am östlichsten Punkt der EU. Bei Sulina mündet die Donau ins Schwarze Meer und der Ort ist umgeben von weiten Schilfflächen, Kanälen und Flussarmen. Die Stadt ist nicht an das Straßennetz angeschlossen und nur mit dem Boot erreichbar. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Sulina noch eine florierende Hafenstadt: Viele Waren aus dem fernen Osten wurden hier umgeschlagen. Doch der alte Glanz ist längst verblasst. Heute ist Sulina ein verschlafener, fast dörflicher Ort. Und viele Menschen hier fühlen sich nicht nur geografisch am Ende Europas. Keno Verseck hat Sulina besucht.

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Treffpunkt Europa: "Treffpunkt Europa": Der Wochenrückblick

Published: 2009-08-28 19:30:00

Scharfe Kritik am Krisenmanagement bei den Waldbränden in Griechenland. Der Bundestag berät über die neuen Begleitgesetze zum Lissabon-Vertrag. Schottische Regionalregierung verteidigt die Freilassung des Lockerbie-Attentäters. Schweden lehnt es ab, sich bei Israel für einen Zeitungsartikel zu entschuldigen. "Interkulturelles Gärtnern": Ein Projekt in Berlin.
Es ist erst zwei Jahren her, dass auf dem griechischen Peloponnes verheerende Waldbrände wüteten. Jetzt, im August 2009, mussten wieder viele Menschen ihre Häuser verlassen. Diesmal hat es vor allem rund um Athen gebrannt. Und wieder gab es harsche Kritik am Krisenmanagement. Treffpunkt Europa berichtet über das Ausmaß des Schadens und fragt nach den Gründen für die häufigen Brände in Griechenland. Darüber hinaus spricht Markus Radday, Waldexperte beim WWF Deutschland, in einem Interview über die ökologischen Folgen der Katastrophe. Bundestag berät über Begleitgesetze zu Lissabon-Vertrag Das Bundesverfassungsgericht hatte am 30. Juni 2009 in einem viel beachteten Urteil verlangt, die Ratifizierung des Lissabonner Vertrags in Deutschland vorerst zu stoppen. Ohne Not hätten die Bundestags-Abgeordneten auf Rechte verzichtet, die ihnen im europäischen Einigungsprozess zustünden, so die Richter. Sie verlangten nachzubessern. Am Mittwoch (26.08.2009) hat der Bundestag in einer ersten Lesung die neuen Begleitgesetze beraten. Die Mehrheit der Parlamentarier steht hinter ihnen und sie sollen am 8. September beschlossen werden. Für die Bundesregierung bedeutet das, dass sie sich in der Europapolitik stärker als bisher mit den Parlamentariern absprechen muss. Das wird Zeit kosten und Kompromisse erfordern. Die Frage steht im Raum, ob die Regierung überhaupt noch mit dem nötigen Drive die europäische Einigung vorantreiben kann. Andreas Reuter hat Europa-Parlamentarier gefragt, wie sie die Situation einschätzen. Kritik an Freilassung des Lockerbie-Attentäters wächst Am 21. Dezember 1988 stürzte über der schottischen Kleinstadt Lockerbie ein Verkehrsflugzeug der PanAm ab und riss einen tiefen Krater in ein Wohngebiet. Alle 259 Passagiere und 11 Menschen aus Lockerbie starben dabei. Das Flugzeug war Ziel eines Sprengstoff-Attentats geworden. Bis vor neun Tagen saß der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Basset Ali al-Megrahi in Schottland eine entsprechende Haftstrafe ab. Am 20. August 2009 hat ihn die schottische Regionalregierung vorzeitig freigelassen. Aus humanitären Gründen, wie sie sagt. Aber daran gibt es Zweifel. Ralf Borchard berichtet aus Großbritannien. Schweden lehnt es ab, sich für einen Zeitungsartikel bei Israel zu entschuldigen Ein Zeitungsartikel in der schwedischen Tageszeitung "Aftonbladet" hat eine schwere diplomatische Krise zwischen Schweden und Israel verursacht. Die Zeitung wirft israelischen Soldaten vor, toten palästinensischen Soldaten Organe entnommen zu haben. Beweise für diese Behauptung liefert die Zeitung nicht. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verlangte eine Entschuldigung für diesen Artikel. Das lehnt die schwedische Regierung ab. Albrecht Breitschuh mit einem Bericht aus Schweden. "Interkulturelles Gärtnern": Ein Projekt in Berlin Bundesweit gibt es inzwischen fast hundert "interkulturelle Gärten", in denen sich Menschen unterschiedlicher Nationen treffen und gemeinsam gärtnern. Die Bewegung "Interkultureller Garten" ist aus einem Projekt entstanden, bei dem 1996 in Göttingen bosnische Flüchtlingsfrauen gemeinsam Gartenarbeit betrieben haben. Inzwischen unterstützt sogar eine Stiftung die Gärtner, die "Stiftung Interkultur". Lydia Leipert hat einen solchen Garten der Begegnung in Berlin besucht. Es ist erst zwei Jahren her, dass auf dem griechischen Peloponnes verheerende Waldbrände wüteten. Jetzt, im August 2009, mussten wieder viele Menschen ihre Häuser verlassen. Diesmal hat es vor allem rund um Athen gebrannt. Und wieder gab es harsche Kritik am Krisenmanagement. Treffpunkt Europa berichtet über das Ausmaß des Schadens und fragt nach den Gründen für die häufigen Brände in Griechenland. Darüber hinaus spricht Markus Radday, Waldexperte beim WWF Deutschland, in einem Interview über die ökologischen Folgen der Katastrophe. Bundestag berät über Begleitgesetze zu Lissabon-Vertrag Das Bundesverfassungsgericht hatte am 30. Juni 2009 in einem viel beachteten Urteil verlangt, die Ratifizierung des Lissabonner Vertrags in Deutschland vorerst zu stoppen. Ohne Not hätten die Bundestags-Abgeordneten auf Rechte verzichtet, die ihnen im europäischen Einigungsprozess zustünden, so die Richter. Sie verlangten nachzubessern. Am Mittwoch (26.08.2009) hat der Bundestag in einer ersten Lesung die neuen Begleitgesetze beraten. Die Mehrheit der Parlamentarier steht hinter ihnen und sie sollen am 8. September beschlossen werden. Für die Bundesregierung bedeutet das, dass sie sich in der Europapolitik stärker als bisher mit den Parlamentariern absprechen muss. Das wird Zeit kosten und Kompromisse erfordern. Die Frage steht im Raum, ob die Regierung überhaupt noch mit dem nötigen Drive die europäische Einigung vorantreiben kann. Andreas Reuter hat Europa-Parlamentarier gefragt, wie sie die Situation einschätzen. Kritik an Freilassung des Lockerbie-Attentäters wächst Am 21. Dezember 1988 stürzte über der schottischen Kleinstadt Lockerbie ein Verkehrsflugzeug der PanAm ab und riss einen tiefen Krater in ein Wohngebiet. Alle 259 Passagiere und 11 Menschen aus Lockerbie starben dabei. Das Flugzeug war Ziel eines Sprengstoff-Attentats geworden. Bis vor neun Tagen saß der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Basset Ali al-Megrahi in Schottland eine entsprechende Haftstrafe ab. Am 20. August 2009 hat ihn die schottische Regionalregierung vorzeitig freigelassen. Aus humanitären Gründen, wie sie sagt. Aber daran gibt es Zweifel. Ralf Borchard berichtet aus Großbritannien. Schweden lehnt es ab, sich für einen Zeitungsartikel bei Israel zu entschuldigen Ein Zeitungsartikel in der schwedischen Tageszeitung "Aftonbladet" hat eine schwere diplomatische Krise zwischen Schweden und Israel verursacht. Die Zeitung wirft israelischen Soldaten vor, toten palästinensischen Soldaten Organe entnommen zu haben. Beweise für diese Behauptung liefert die Zeitung nicht. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verlangte eine Entschuldigung für diesen Artikel. Das lehnt die schwedische Regierung ab. Albrecht Breitschuh mit einem Bericht aus Schweden. "Interkulturelles Gärtnern": Ein Projekt in Berlin Bundesweit gibt es inzwischen fast hundert "interkulturelle Gärten", in denen sich Menschen unterschiedlicher Nationen treffen und gemeinsam gärtnern. Die Bewegung "Interkultureller Garten" ist aus einem Projekt entstanden, bei dem 1996 in Göttingen bosnische Flüchtlingsfrauen gemeinsam Gartenarbeit betrieben haben. Inzwischen unterstützt sogar eine Stiftung die Gärtner, die "Stiftung Interkultur". Lydia Leipert hat einen solchen Garten der Begegnung in Berlin besucht.

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Treffpunkt Europa: Rekorde bei der Leichtathletik WM - aber die Zweifel bleiben

Published: 2009-08-21 19:30:00

Sind Spitzenleistungen ohne Doping überhaupt noch möglich? In Berlin kämpft im Moment die Weltelite der Leichtathletik bei den Weltmeisterschaften um Medaillen. Und vorneweg, im wahrsten Sinne des Wortes immer ein Mann, Usain Bolt aus Jamaika – der von seinen Landsleuten auch "der Blitz" genannt wird.
Und der Sprinter hat nicht nur Gold über die 100 und 200 Meter geholt, er lief beide Strecken auch noch in Weltrekordzeit. Von seinen Fans wird der Ausnahmeathlet gefeiert. Doch in den ganzen Jubel mischen sich, wie immer bei solchen Leistungen, Zweifel, ob denn das alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Der Verdacht ist da, in Berlin aber ist, zumindest keiner der Sprintstars positiv auf Doping getestet worden. Dennoch drängt sich die Frage auf. Sind solche Spitzenleistungen im Sport überhaupt noch ohne Doping möglich? Ja, sagen die Experten. Auch wenn Skepsis angebracht ist, aber grundsätzlich gibt es immer wieder Ausnahmetalente, die besondere Leistungen vollbringen können. Wasser ist überall Wasser brauchen wir zum Leben. Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auf der Weltwasserwoche im schwedischen Stockholm haben Experten über das Thema diskutiert. Und wir haben uns gefragt. Wo begegnet uns Wasser eigentlich? Und die Antwort lautet - überall - und nicht immer nur in flüssiger Form, sondern auch versteckt. In unserem Körper, in unserem Essen, in vielen Produkten, die wir täglich nutzen. Das nennt man das "virtuelles Wasser". Unterricht in Zeiten der Schweinegrippe Die Schweinegrippe grassiert - weltweit. In Europa sind bis jetzt über 35.000 Menschen infiziert. Viele von ihnen haben sich während der Urlaubszeit jetzt im Sommer mit der neuen Grippe angesteckt. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, hatten deshalb in Deutschland mehrere Bundesländer darüber nachgedacht, die Schulferien zu verlängern - sich aber im Endeffekt doch dagegen entschieden. Stattdessen wollen die Schulen auf Aufklärung setzen und auf verstärkte Hygiene, um die Gefahr der Ansteckung klein zu halten. Genau das hat auch die EU-Kommission empfohlen. Was aber soll im Herbst passieren. Denn dafür sagen Experten eine neue, noch viel größere Welle von Infektionen voraus? In Frankreich, wo die Sommerferien noch andauern, gibt es für dieses Szenario bereits einen Krisenplan. Danach könnten die Schule geschlossen werden und der Unterricht per Internet stattfinden. Eine gute Lösung für die Schüler. Eine schlechte Lösung für die meist berufstätigen Eltern, denn sie müssten sich dann um Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder bemühen. Rasende Rolltreppen in Prag Sie rumpeln und rasen: Die Rolltreppen in den U-Bahnstationen der Prager Linie B sind für manche Fahrgäste eine sportliche Herausforderung, für andere kann es gar nicht schnell genug gehen. Doch jetzt wollen die Prager Verkehrsbetriebe die Rolltreppen aus alter Sowjetproduktion modernisieren und dabei an die EU-Norm anpassen. Laut Brüsseler Richtlinie dürfen Europas Rolltreppen nicht schneller als drei Kilometer pro Stunde fahren - viele Prager Pendler halten das allerdings für ein Schneckentempo. Und die Aussicht auf die vielen Baustellen macht viele rasend. Nase voll von der Millionenhysterie Er wächst wöchentlich und das schon seit Januar. Und hielt er zunächst eine ganze Nation in Atem, so hat sich diese Atemlosigkeit inzwischen auf fast ganz Europa ausgeweitet. Ist ja auch klar, denn der italienische Lottojackpot ist so hoch, wie noch nie zuvor in der Geschichte des Landes. Und während er auf der einen Seite viele Menschen begeistert, so geht er einigen anderen inzwischen mächtig auf die Nerven, so wie dem Korrespondenten Stefan Troendle, der übrigens ausgerechnet hat, dass die Wahrscheinlichkeit vom Blitz erschlagen zu werden, sie liegt bei 1:20 Millionen, deutlich größer ist, als die den Jackpot zu knacken, denn die liegt bei 1:622 Millionen.

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