Erlebnisse aus 45 außergewöhnlichen Jahren als Solobassist bei den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (Podcast).
Ankunft des Berliner Philharmonischen Orchesters in New York City 1956 Liebe Freunde, quasi als kleines Weihnachtsgeschenk gibt es wieder eine neue Episode meines Podcasts. Nach noch einigen kurzen Episoden über Dirigenten und einem Blick hinter die Kulissen will ich mich diesmal einem Thema widmen, was mir sehr am Herzen liegt: Der sogenannten "historischen Aufführungspraxis". Dieses Thema wurde insbesondere von Dirigenten wie z. B. Nikolaus Harnoncourt in den letzten Jahren stark in die Medien gebracht - so will der ein oder andere dem geneigten Klassikfreund weismachen, daß wie wir bisher die klassische Musik gehört und genossen haben, grundfalsch war. Karajan und andere haben den Klang angeblich entfremdet - und Beethoven, Mozart und Bach haben eigentlich alles ganz anders gemeint. Hier bin ich natürlich anderer Meinung und möchte dazu - nicht zuletzt untermauert durch Zitate aus Originalbriefen von Komponisten und Zeitgenossen - Stellung beziehen. Wie immer gibt es auch etwas Musik. Diesmal wird es etwas moderner - sie hören ein Kontrabasstück des von mir sehr geschätzten Komponisten Hans-Werner Henze - sogar mit einem kleinen zusätzlichen literarischen Schmankerl von mir dazu. Auch gibt es wieder einige Fotos aus meinem Privatalbum zu sehen - das obige Foto ist übrigens beim Flug nach New York 1956 entstanden. Ich wünsche wie immer viel Spaß beim Hören! Ihr Friedrich Witt
Das BPhO 1966 einer Plattenaufnahme in Dahlem
Nach einem Konzert mit Karajan, noch vor den Zeiten der Philharmonie
Während meiner Dozententätigkeit in Asien mit Schülern
Auf der chinesischen Mauer
Zusammen mit Nico Dostal
Bei einem Empfang mit David Oistrach
Daniel Barenboim und Friedrich Witt während einer Orchesterreise Liebe Freunde, nach längerer Zeit kann ich Ihnen wieder eine neue Episode meines Podcasts präsentieren. Wie beim letzten Mal angekündigt, geht es auch weiterhin um Dirigenten. Wir werden ein wenig hinter die Kulissen schauen - und ich werde diverse heitere Episoden aus meinen Erfahrungen mit Dirigenten erzählen. Wie immer gibt es auch etwas Musik. Sie hören die Elegie von Giovanni Bottesini, einem Dirigenten und Kontrabassisten aus dem 19.ten Jahrhundert - ein sehr schönes, romantisches Stück für den Kontrabass. Zwei Fotos aus meinem Privatalbum habe ich ebenfalls angehangen, einmal bin ich bei einer Teezeremonie auf einer Japanreise zu sehen, das andere Foto ist während eines Solokonzertes in Berlin entstanden. Ich wünsche wie immer viel Spaß beim Hören! Ihr Friedrich Witt P.S.: In der ganzen Zeit sind wieder viele tolle Zuschriften bei mir eingetroffen. Vielen Dank wiederum an die Verfasser, auch wenn ich mich nicht bei jedem einzeln zurückmelden kann!
Während einer Teezeremonie auf einer Japan-Reise
Bei einem Solokonzert in Berlin
Ricardo Muti und Friedrich Witt während einer Orchesterprobe der Berliner Philharmoniker Liebe Freunde, ich freue mich, eine neue Episode meines Podcasts präsentieren zu können. Das zentrale Thema diesmal sind die Dirigenten. Ein Dirigent. Was macht der eigentlich so in einem Orchester? Braucht man den? Können die Musiker ohne Dirigent überhaupt spielen? Und was für Menschen sind die Dirigenten denn so "Backstage", also hinter der Bühne, bei den Proben. Auf alle diese Fragen will ich Antworten geben. Tatsächlich ist das Thema recht umfangreich, so daß ich aller Voraussicht nach auch die nächste Episode meines Podcasts diesem Thema widmen werde. Natürlich gibt es auch wieder etwas Musik auf dem Kontrabass. Sie hören diesmal den 2.ten Satz der Pergolesi-Sonate, den ersten Satz hatten Sie ja bereits in der letzten Folge gehört. Ich hoffe, daß Sie beim Hören genauso viel Spaß haben, wie ich Freude beim Einsprechen hatte. Ihr Friedrich Witt P.S.: Und wiederum sind viele liebe E-Mails und Kommentare eingetroffen! Herzlichen Dank dafür!
Daniel Barenboim und Friedrich Witt in Paris im Jahre 1989
Liebe Freunde, als kleines Weihnachtsgeschenk von mir gibt es eine neue Episode meines Podcasts. Dieses Mal soll es um die Osterfestspiele in Salzburg gehen, die Herbert von Karajan im Jahre 1967 gegründet hat. Ich werde insbesondere viel über die Wagner-Opern erzählen, die Karajan dort in unvergleichlicher Art und Weise inszeniert hat. Außerdem gibt es noch eine kleine persönliche Annekdote zum Schluß, die vielleicht ein bisschen illustriert, welche Bedeutung der Name «Karajan» seinerzeit hatte. Natürlich gibt es auch wieder etwas Musik auf dem Kontrabass. Sie hören diesmal einen Satz aus einer Sonate von Giovanni Battista Pergolesi. Viele von Ihnen werden das Stück aus dem Ballett La Pulcinella von Strawinsky kennen, der die Themen von Pergolesi darin verarbeitet hat. Und noch ein paar kleine Hinweise zum Schluß, in letzter Zeit haben sich zunehmend Radio und Fernsehen für meinen Podcast interessiert. Erwähnenswert sind hier besonders ein Fernsehbeitrag im RBB und ein Radiobeitrag auf Inforadio. Viel Spaß beim Reinhören/-sehen! Und ein Foto mit Karajan im Konzert gibts nach dem Klick auf diesen Artikel - na, erkennen Sie mich? Ich wünsche Ihnen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit -und: kommen Sie gut ins neue Jahr! Ihr Friedrich Witt P.S.: Wie immer an dieser Stelle einen lieben Dank für alle ihre tollen E-Mails und Kommentare! Ich freue mich nach wie vor sehr darüber!
Bei einem Konzert:
Liebe Freunde, Willkommen zu einer neuen Episode meines Podcasts. Wir beginnen diesmal wie immer mit etwas Musik - ich spiele den dritten Satz des Kontrabass-Konzert von Carl Ditters von Dittersdorf hören, die ersten beiden Sätze haben Sie ja schon in den vergangenen Folgen gehört. Diesmal soll es vor allem um die Eindrücke aus der ersten Japan-Reise des Berliner Philharmonischen Orchesters gehen. Hierbei haben mich besonders die Erlebnisse mit den Menschen aus der mir damals noch fremden Kultur nachhaltig beeindruckt. Natürlich gibt es auch wie immer einige Fotos zu dieser Episode zu betrachten, ich habe Ihnen wieder einige Dinge aus meinem privaten Fotoalbum herausgesucht. In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Hören! Ihr Friedrich Witt
Auf dem Weg ins Flugzeug nach Japan
Autogramme verteilen
Mitglieder der Baßgruppe der Berliner Philharmoniker und des japanischen Rundfunkorchesters
Vor einem Konzert in Japan
Weihnachtsgrüße aus Japan
Die Mitglieder des japanischen Rundfunkorchesters senden eine Grußkarte
Mitglieder der Baßgruppe der Berliner Philharmoniker (v.l.n.r.: Klaus Stoll, Erich Hartmann, Wolfgang Kohly, Friedrich Witt) Liebe Freunde, Ich habe die Pfingsttage genutzt und eine neue Episode meines Podcasts produziert. Nachdem wir in den letzten Folgen ja vor allem die Geschichte der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajans und nicht zuletzt meines eigenen Werdegangs besprochen haben, werden wir uns nun etwas mehr dem Kontrabass selbst widmen. Was macht eigentlich so ein Kontrabassist im Orchester? Was spielt der denn? Kann der überhaupt Melodien spielen? Oder nur Begleitung? Das sind Fragen, die sich Konzertbesucher wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten stellen - und diese Geheimnisse will ich beginnen, langsam zu lüften. Unter anderem spreche ich auch darüber, wann ein Solobassist auch tatsächlich mal ein Solo spielen muß - und berichte von wohl einem der gefürchtetsten Soli, dem Anfang des dritten Satzes der 1. Sinfonie von Gustav Mahler. Zu Beginn werden Sie den zweiten Satz des Kontrabass-Konzert von Carl Ditters von Dittersdorf hören, den ersten Satz hatten Sie ja bereits in der letzten Folge gehört. Zu guter Letzt habe ich Ihnen noch einige Fotos von unserer Baßgruppe der Berliner Philharmoniker herausgesucht. Sie können diese betrachten, wenn Sie auf den Link am Ende des Artikels klicken. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Hören dieser Episode! Wie immer freue ich natürlich sehr über Ihr Feedback! Bis dahin ... Ihr Friedrich Witt
Mitglieder der Baßgruppe beim Konzert in der Philharmonie (ich: zweiter von rechts)
Die Baßgruppe beim Konzert in der Philharmonie (ich: zweiter von rechts)
Das Kontrabassquartet der Berliner Philharmoniker bei einer Plattenaufnahme (ich: ganz links)
Herbert von Karajan im Gespräch mit mir - und der Baßgruppe der Berliner Philharmoniker Liebe Freunde, ich habe die Osterzeit genutzt um einige neue Episoden meines Podcasts vorzubereiten, die ich in den nächsten Wochen einstellen werde. Mit dieser - diesmal etwas kürzeren - Episode möchte ich meine Ausführungen über die frühen Jahre mit Herbert von Karajan beenden. Ich werde Ihnen diesmal von der zweiten Amerika-Reise im Jahre 1956 erzählen, die schließlich den totalen Durchbruch für uns darstellte. Natürlich gibt es auch diesmal wieder einige amüsante Episoden hinter den Kulissen. Als Musikstück werden Sie dieses Mal eines der wenigen Solo-Stücke für den Kontrabass hören. Es handelt sich um das Kontrabass-Konzert von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein bei Bassisten äußerst gefürchtetes Stück, welches auch in jedem Probespiel von Weltklasseorchestern zu Gehör gebracht werden muß. Die Einspielung, die Sie hören, ist im Rahmen eines kleinen Konzertes entstanden, welches ich im Jahre 1989 gegeben habe. In der nächsten, bald erscheinenden Episode werde ich mich dann ausführlich den Widrigkeiten und Herausforderungen, wie aber auch den Freuden des Kontrabassspiels widmen. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute! Ihr Friedrich Witt
Kurz nach meinem 76. Geburtstag freue ich mich, Ihnen die dritte Episode dieses Podcasts präsentieren zu können. Wir starten wiederum mit etwas Musik vom Kontrabass. Diesmal spiele ich Ihnen den Chanson Triste von Sergej Koussewitzky (Op. 2) - eines der seltenen Stücke für Solokontrabass. Zunächst erzähle ich kurz über die letzte Europa-Tournee mit Furtwängler 1954, nach welcher er leider am 30. November starb. Kurz darauf wurde Herbert von Karajan zum neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt, der diese Aufgabe auch ohne zu zögern annahm - "mit tausend Freuden", wie er gesagt hat. Dieser Podcast soll daher ganz im Zeichen Herbert von Karajans und seinen frühen Jahren mit dem Orchester stehen. Daher berichte ich viel über unsere erste Amerika-Tournee nach dem zweiten Weltkrieg, welche im Jahre 1955 stattfand und geradezu ein musikalischer Siegeszug war - trotz einer eher skeptisch-kühlen Begrüßung in der New Yorker Carnegie Hall. Aber die Reise bedeutete auch große Strapazen: Allein der Flug dauerte über 24 Stunden, wir waren insgesamt 28 Tage unterwegs und in dieser Zeit spielten wir über 24 Konzerte in verschiedenen Städten quer durch die USA. Dabei legten wir in überaus unbequemen Reisebussen über 10.000 Kilometer zurück und wohnten in den einfachsten und billigsten Behausungen. Dies tat der wunderbaren Musik, die das Orchester spielte, jedoch keinerlei Abbruch. Mit dieser Reise begann der große Stern der Liäson Karajan-Berliner Philharmoniker für viele Jahrzehnte am musikalischen Horizont zu funkeln. Natürlich soll es auch in diesem Podcast an einigen kleinen amüsanten Episoden nicht fehlen: so berichte ich z. B. über das manchmal nicht sonderlich einfache Zusammenleben auf diesen Reisen, wo wir stets in Doppelzimmern übernachteten - oder über das Verhältnis zwischen alt und jung im Orchester. Wie immer an dieser Stelle einen lieben Dank für alle ihre tollen Kommentare! Ich freue mich sehr darüber! In den Fotos zu dieser Episode zeige ich Ihnen meine Impressionen aus unserer ersten großen Amerika-Reise. Um die Bilder zu sehen, klicken Sie einfach auf den Weiter-Link am Ende des Artikels. Das Foto oben zeigt mich (2 v.r. hinten) mit Herbert von Karajan und einige Mitglieder des Orchesters beim Abhören einer Aufnahme im Tonstudio. Ihr Friedrich Witt
1955: Die erste USA-Tournee der Berliner Philharmoniker
Ich vor dem Abflug nach New York im Jahre 1955.
Auf dem Flug nach New York - 24 Stunden dauerte der Flug, natürlich in einer Propellermaschine, die bei weitem nicht so gut isoliert war, wie die modernen Flugzeuge heute. Es war laut und anstrengend.
Die Skyline von New York. Bedenken Sie, es war 1955. Wer hatte damals schon die Möglichkeit, in die USA zu fliegen.
In den Straßen von Chicago
Auf einem Parkplatz in Chicago - ich weiß noch wie heute, wie sehr ich beeindruckt von den vielen, großen Autos war.
Hier entspanne ich kurz von den Reisestrapazen vor einem dieser berühmt-berüchtigten Motels, die ich in meinem Podcast beschreibe.
In dieser zweiten Episode beginnen wir - auf vielfachen Wunsch - zunächst mit ein wenig Musik: Ich habe für Sie die Sarabande aus der Suite Nr. 2 in D-Moll von Johann Sebastian Bach, BWV 1008 in einer Bearbeitung für den Kontrabass eingespielt. Dann hören Sie, wie nach dem Krieg meine Orchesterkarriere begann und ich nach kurzer Zeit im Jahre 1954 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde. Meine Anfangszeit in Berlin war vor allem geprägt von dem damaligen Chefdirigenten Wilhelm Furtwängler, über dessen künstlerisches Wirken ich einiges erzähle: wie er das Orchester formte, so daß es diesen einzigartigen, unverwechselbaren Sound erhielt - und warum andere Orchester manchmal so langweilig klingen. Dabei diskutiere ich auch die Frage, wie wichtig eine musikalischer Ausdruck in Zusammenhang mit technischer Perfektion auf dem Instrument ist. Auch gebe ich ein paar Einblicke in Probespiele und erkläre, warum es für junge Musiker trotz jahrelanger Arbeit in Meisterkursen und Jugendorchestern heutzutage oft so schwer ist, eine Stelle zu erhalten. Schließlich erfahren Sie einiges über das Thema "Philharmonischer Geist" und dem nicht immer einfachen Zusammenarbeiten und -leben der Musiker der Berliner Philharmoniker seinerzeit - und wie unterschiedlich es zur heutigen Zeit war. Natürlich erzähle ich Ihnen dabei auch einige amüsante Episoden aus dem Musikerleben. Ich möchte mich nochmals ausdrücklich für die vielen positiven E-Mails und Kommentare, die ich von Ihnen erhalten habe, bedanken! Über Feedback freue ich mich natürlich auch weiterhin sehr! Wenn es Ihnen gefallen hat, hinterlassen Sie mir doch einfach einen Kommentar hier im Web. Und - empfehlen Sie den Podcast einfach guten Freunden weiter. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein geruhsames Weihnachtsfest! Als Fotos zu dieser Episode möchte ich Ihnen die Briefe zeigen, die ich zur Einstellung bei den Berliner Philharmonikern erhielt. Außerdem zeige ich die Fotos von meiner im Podcast beschriebenen Unterhaltung mit Sir Georg Solti. Um die Bilder zu sehen, klicken Sie einfach auf den Weiter-Link am Ende des Artikels. Das Foto oben zeigt übrigens mich beim Probespiel bei den Berliner Philharmonikern im Jahre 1953. Ihr Friedrich Witt
Aufnahme in das Orchester Im ersten Brief teilen mir die Berliner Philharmoniker mit, daß ich ab dem 1. Januar 1954 in das Orchester eintreten könne, was ich natürlich bejahte. "Mit tausend Freuden", um Herbert von Karajan zu zitieren. Im zweiten Brief teilen mir die Berliner Philharmoniker mit, daß ich ab dem 1. Oktober 1957 die Stelle des ersten Solo-Kontrabassisten übertragen bekomme: "Wir sind überzeugt, daß Sie das Vertrauen, das das Berliner Philharmonische Orchester dadurch bekundet, jederzeit voll rechtfertigen werden."
Mein Wiedersehen mit Sir Georg Solti Die folgenden Bilder eines Gesprächs zwischen Sir Georg Solti und mit entstanden im Jahre 1992. Sie wurden von meinem lieben Kollegen Gustav Zimmermann fotografiert. Ich veröffentliche diese Bilder - an denen Herr Zimmermann das Urheberrecht hat - mit seiner freundlichen Erlaubnis.
Ich: "Wissen Sie eigentlich, woher wir uns schon so lange kennen?"
Sir Georg Solti: "Darüber denke ich schon nach, seitdem ich hier in Berlin bin!"
Ich: "Ich war bei Ihnen in Frankfurt am Opernhaus im Jahre 1952 Solobassist - damals war ich 22 Jahre alt!"
Sir Georg Solti: "Ja! In Frankfurt vor 40 Jahren!"
Sir Georg Solti: "Dann sind Sie ja mein Frankfurter Junge!"
In der ersten Episode hören Sie, wie ich in einfachen Verhältnissenwährend des zweiten Weltkriegs aufwuchs, überhaupt zum Kontrabaß kam und schließlich Orchestermusiker wurde. Sie hören, wie ich - mehr durch Zufall, dank meiner Mutter - überhaupt zum Kontrabaß kam, wie ich den schrecklichen zweiten Weltkrieg mit seinen Bombenangriffen überlebte und nach dem Krieg schließlich kurz an der Folkwangschule Essen studierte. Schließlich machte ich Probespiel im städtischen Orchester Oberhausen. Viel Spaß beim Hören! Begleitend dazu möchte ich Ihnen einige Fotos präsentieren. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim angucken derselben, klicken Sie einfach auf den "Weiter..."-Link unten, um mehr Fotos zu sehen. Das nebenstehende Bild zeigt mich übrigens als Solobassist im städtischen Orchester Duisburg im Jahre 1953. Ihr Friedrich Witt
Meine Kindheit Ich im Alter von vier Jahren -bemerke den erfreuten Blick - und mit sechs Jahren bei der Einschulung.
Meine Familie (ich bin der zweite von links). Folkwangschule Essen
Meine Abgangsbescheinigung der Folkwangschule Essen:
Folkwangschule der Stadt Essen / Essen-Werden den 14. Februar 1949
Friedrich Witt, geb. 31. Januar 1930, hat die Orchesterschule der Folkwangschule vom 1. Mai 1946 bis 31. August 1948 mit dem Hauptinstrument Kontrabaß und dem Nebenfach Schlagzeug besucht. Seine Leistungen im Hauptfach und Orchesterspiel waren sehr gut. Im Nebenfach und den theoretischen Fächern zeigte er gute Leistungen. Eine Abschlußprüfung hat er nicht abgelegt.
(Stempel/Unterschrift) Prof. Hardörfer Städtisches Orchester Oberhausen
Als Solobassist im Städtischen Orchester Oberhausen Zeugnisse
Mein Zeugnis des Städischen Orchesters Oberhausen:
Städtischer Musikdirektor Werner Trenkner / Oberhausen, den 23.2.51
Herr Friedrich Witt war in der Zeit vom 1.9.48 - 31.8.50 in unserem Städt. Orchester als Kontrabassist tätig. Ich habe selten einen so fleißigen, tüchtigen und strebsamen Musiker kennengelernt, der auch außerhalb seiner Dienstzeit sich nur mit seinem Instrument befasste und fleißig übte. Ich möchte ihm auch bescheinigen, dass er eine ausgezeichnete Technik besitzt. Seine Tonreinheit ist besonders hervorzuheben und sein musikalischer Vortrag ist außerordentlich. Ich bedauere es ganz besonders, diesen auch charakterlich hervorragenden Musiker durch ein anderes Engagement verlieren zu müssen.
(Unterschrift)
Mein Zwischenzeugnis vom Dirigenten Fritz Lehmann:
Generalmusikdirektor Fritz Lehmann / Göttingen, den 25.11.51
Zu Beginn dieses Jahres hatte ich bei einem Gastkonzert in Münster Gelegenheit, die Bassgruppe des Städtischen Orchesters in Münster kennen zu lernen. Es war mir eine wirkliche Freude, am 1. und 2. Pult mit den Herren Friedrich Witt, Karl Czaske und Hermann Schöneberg eine vorzügliche Besetzung vorzufinden. Ich konnte beobachten, dass bei den drei jungen Musikern ausser guten technischen und tonlichen Voraussetzungen jene musikalische Aufgeschlossenheit und arbeitsfreudige Bereitschaft vorliegt, die sowohl Anrecht wie Sicherung eines aufsteigenden Berufsweges verbürgen. Mit allen guten Wünschen für den Berufsweg kann ich also nachdrücklich auf die genannten hinweisen, aus einer ehrlichen Freude an einem guten und der Förderung würdigen Nachwuchs heraus.
gez. Fritz Lehmann
Mein Zeugnis des Städtischen Orchesters Münster:
Der Generalmusikdirektor / 30.6.51
Herr Friedrich Witt ist seit Februar 1951 Solobassist des Orchesters der Provinzialhauptstadt Müster/Westfalen. Diese Position ist ihm übertragen trotz seiner Jugend (21 Jahre) und trotz seiner geringen Zahl an Dienstjahren. Der Grund hierfür liegt in der aussergewöhnlichen Begabung. Der Don ist auffallend schön - technisch kennt er kaum oder gar keine Schwierigkeiten. Die Musikalität ist hochgradig-feinnervig. Auch die musikalische Reife ist auffallend. Zudem ist Herr Witt ein sehr sympathischer Mensch, der viele Freunde im Orchester hat.
Ich wünsche Herrn Witt eine der wenigen grossen Positionen, die das deutsche Orchester zu vergeben hat, und eine grosse Entwicklung!
(Unterschrift) Heinz Dressel, Generalmusikdirektor
Mein Zeugnis des Frankfurter Opernorchesters:
Städtische Bühnen / Frankfurt a. M., 9. Oktober 1952
Herr Friedrich Witt hat bei seinem Probespiel für die Stelle des stellvertretenden Solo-Bassisten im Frankfurter Opernhaus und Museums-Orchester einen so ausgezeichneten Eindruck gemacht, dass die Stelle ihm sofort übertragen wurde. Auf eigenen Wunsch ist er dann wieder ausgeschieden, da sich ihm anderweitig eine in finanzieller Hinsicht bessere Möglichkeit bot. Ich habe seinen Fortgang ausserordentlich bedauert, da Herr Witt sich trotz seiner Jugend als ein Musiker von reifsten Qualitäten erwiesen hat. Hervorzuheben ist in erster Linie die unbedingt saubere Intonation und die Weichheit seines Tones. Es war eine Freude, ihn beim Probespiel solistisch auf seinem Instrument zu hören. Für seinen weiteren Weg begleiten ihn meine besten Wünsche.
(Unterschrift) Bruno Vondenhoff, Generalmusikdirektor
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