Die Reihe "Schriftsteller im Gespräch" beinhaltet Interviews mit diversen Literaten deutscher Zunge, die die Deutsche Welle im Laufe der Jahre geführt hat.
"Kapitel so konstruiert, daà es gleichsam wie ein pianissimo in einem gewaltigen fortissimo endet": Robert Schneider spricht über seinen Bestseller "Schlafes Bruder".
Robert Schneider wurde am 16. Juni 1961 in Bregenz geboren. Nach dem Abitur 1981 begann er in Wien das Studium der Komposition, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft, das er jedoch abbrach. Schneider debütierte als Schriftsteller 1992 mit dem Roman "Schlafes Bruder", der sofort zu einem Bestseller wurde. AuÃer weiteren Romanen veröffentlichte Schneider auch einige Theaterstücke. Es wurden ihm bereits einige Preise und Auszeichnungen verliehen. In einem Interview mit Eduard Hoffman im November 1992 bespricht der Autor seinen Roman "Schlafes Bruder".
"Die DDR war eine Versuchsanordnung für eine bestimmte Form menschlichen Zusammenlebens" - Lutz Rathenow spricht über die DDR und die Deutsche Wiedervereinigung.
Lutz Rathenow wurde am 22. Sept. 1952 in Jena geboren. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst bei der NVA studierte er ab 1973 Germanistik und Geschichte an der Jenaer Universität. Rathenow war Gründer und Leiter des oppositionellen Arbeitskreises "Literatur in Jena", der nach zwei Jahren 1975 verboten wurde. 1976 wurde er kurz vor dem Examen mit einem Studiumsverbot belegt. Erst nach der Wende wurde ihm nachträglich das AbschluÃdiplom verliehen. Anfang der 70er Jahre betätigte sich Rathenow als Leserbriefschreiber für verschiedene Medien, bis er 1980 seinen ersten Prosaband "Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet" in der BRD veröffentlichte. Den gröÃten Erfolg erzielte er 1987 mit dem Band "Ost-Berlin - die andere Seite einer Stadt". Rathenow veröffentlichte bis heute zahlreiche Prosa- und Lyrikbände, Hörspiele, Essays und Kinderbücher. Er ist Träger von Preisen und Auszeichnungen. DW-Redakteur Werner Herzog sprach im Mai 1996 mit Lutz Rathenow unter anderem über die DDR-Zeiten und über die politische Wirkung von Literatur.
"Frauen sind ja gewöhnt, sich jeder Macht zu enthalten" - die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek spricht über die Stellung der Frauenliteratur.
Elfriede Jelinek wurde 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Ihre Kindheit und Jugend wurden durch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter geprägt. Nach der Schule studierte sie Klavier und Komposition sowie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. 1967 erschien ihr erster Gedichtband "Lisas Schatten". Jelinek zählt zu den meistbeachteten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher (u.a. "Die Klavierspielerin" '83, "Burgtheater" '85, "Die Kinder der Toten" '95). Ihre Arbeiten zeichnen sich durch bissige Analysen zu den Themen Sexualität, Gewalt und Macht aus und thematisieren immer wieder die gesellschaftliche Benachteiligung der Frau und deren private Unterdrückung durch den Mann. In Ãsterreich wurde Jelinek jahrelang weitgehend ignoriert, während sie in Deutschland früh Anerkennung fand. Für viele überraschend, erhielt Elfriede Jelinek 2004 den Nobelpreis für Literatur. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften würdigte dabei ihre "einzigartige sprachliche Leidenschaft". Die öffentlichkeitsscheue Jelinek konnte den Preis aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst entgegennehmen und übermittelte ihre Dankesrede als Videobotschaft. In einem Interview der Deutschen Welle anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises spricht Elfriede Jelinek über ihre literarische Arbeit.
"Ich muÃte mir ein paar Sachen vom Leibe schreiben" - Brigitte Burmeister spricht über ihren Roman "Unter dem Namen Norma".
Brigitte Burmeister wurde am 25. September 1940 in Posen geboren. Nach dem Abitur und einem Jahr Berufstätigkeit studierte sie Romanistik in Leipzig. 1973 promovierte sie zum Dr. phil. Burmeister debütierte 1987 mit dem Roman "Anders oder Vom Aufenthalt in der Fremde", der sehr groÃe Beachtung fand. Seit dem publizierte sie weitere Romane - auch unter einem Pseudonym (sie benutzte die Pseudonyme: Franziska Saalburg, Liv Morten) - ferner betätigte sie sich als Ãbersetzerin und Herausgeberin. Brigitte Burmeister wurde 1995 unter anderem mit dem Kritikerpreis der deutschen Vereinigung für Kritiker ausgezeichnet. In einem Gespräch mit Dunja Welke im Mai 1996 spricht die Autorin über ihr Literaturstudium in Leipzig und über ihre Arbeit.
"Ich beschreibe das, was ich gesehen habe" - Christoph Hein spricht über seinen Roman "Der Tangospieler".
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf in Schlesien geboren. Er besuchte zunächst als Internatsschüler ein humanistisches Gymnasium in West-Berlin, in das er von einem Elternbesuch in Ost-Berlin wegen des Baus der Berliner Mauer nicht mehr zurückkehren konnte. Das Abitur holte er 1964 nach und studierte anschlieÃend Philosophie und Logik in Leipzig und Ost-Berlin. Nach dem Studium wurde Hein Dramaturg und schlieÃlich Hausautor an der Ost-Berliner Volksbühne. Den ersten Erfolg erlangte er 1982 mit der Novelle "Der fremde Freund", doch erst ein Jahr später gelang ihm der endgültige Durchbruch mit dem Stück " Die wahre Geschichte des Ah Q". Es folgten zahlreiche weitere Publikationen: Stücke und Essays, Romane, Kinderbücher, die auch in viele Sprachen übersetzt wurden. Christoph Hein ist auch Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise. In einem Gespräch mit Andreas Rummler im Juni 1989 spricht der Autor über seinen Roman "Der Tangospieler".
"Fiktiv an den biographischen Texten ist nichts" - Dieter Kühn erklärt das Wesen seiner biographischen Romane.
Dieter Kühn wurde am 1. Februar 1935 in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte er Anglistik und Germanistik in Freiburg, München und Bonn und promovierte 1964 zum Dr. phil. Kühn publiziert seit 1965, doch als Schriftsteller stellte er sich einem breiterem Publikum 1970 mit dem Buch "N", einer Biographie Napoleons, vor. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1973 unter dem Titel "Die Präsidentin", einem Buch über die Französin Marthe Hanau alias Emma Eckhert, die in Paris der 20er Jahre als Finanzakrobatin bekannt wurde. Dieter Kühns beträchtliches Werk umfaÃt Romane, Erzählungen, Biografien, Kinderbücher, Essays, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. Er ist auch Träger vieler Auszeichnungen und Preise. In einem Interview mit DW-Mitarbeiter Andreas Rumler blickt Dieter Kühn im Juli 1997 auf sein Leben und seinen Schaffensweg zurück.
"Eigentlich hatte ich nichts anderes vor, als Filmautor zu sein" - Ulrich Plenzdorf beschreibt seinen Weg zur Schriftstellerei.
Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst am Franz-Mehring-Institut in Leipzig und absolvierte schlieÃlich die Filmhochschule Babelsberg. Im Anschluà an das Studium betätigte sich Plenzdorf als Drehbuchautor und Filmdramaturg. Seinen gröÃten Erfolg als Schriftsteller erlangte er 1972 mit dem Stück "Die neuen Leiden des jungen W.", das 1973 auch als Roman erschien. In der Bundesrepublik wurde dieses Stück 1976 verfilmt. Ulrich Plenzdorfs Werk umfaÃt Romane, Erzählungen, zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke. Er ist Träger vieler Auszeichnungen und Preise, unter anderem auch des Deutschen Jugendliteraturpreises. In einem Gespräch mit DW-Mitarbeiter Volkhard App spricht Ulrich Plenzdorf im April 1993 unter anderem über seine Arbeit für das Fernsehen, sowie über die kulturelle Entwicklung in Deutschland.
"Ich habe das Glück beruflich das tun zu dürfen, was ich ohnehin gern täte" - Adolf Muschg spricht über seinen Doppelberuf als Literaturprofessor und Schriftsteller.
Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 in Zollikon im Kanton Zürich geboren. Er besuchte zunächst Gymnasien in Schiers und Zürich und studierte schlieÃlich an der Universität Zürich Germanistik, Anglistik und Psychologie. 1959 promovierte er zum Dr. phil. Unter dem Titel "Im Sommer des Hasen" veröffentlichte Adolf Muschg 1965 seinem ersten Roman. In den Folgejahren entstand ein umfangreiches Gesamtwerk: Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher, Reden, Aufsätze und Rezensionen. 2003 wurde er von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste zum neuen Präsidenten gewählt, trat jedoch 2005 von diesem Amt zurück. Für sein literarisches Werk wurden Muschg zahlreiche Auszeichnungen und Preise zuerkannt, darunter auch das Bundesverdienstkreuz. In einem Gespräch mit Joseph Weishaupt im November 1983 nimmt Adolf Muschg Stellung zu seinem Doppelberuf als Literaturprofessor und Schriftsteller sowie zu seiner Auffassung von Literatur.
"Ich befreie mich in diesen Texten von mir selbst" - György Konrad spricht über sein literarisches Werk.
György Konrád wurde am 2. April 1933 Berettyonjfalu in der Nähe von Debrecen geboren. Bis 1956 studierte er in Budapest Literatur, Soziologie und Psychologie. Als Romanautor debütierte Konrád 1969 mit dem Buch "Der Besucher", das 1973 auch ins Deutsche übersetzt wurde. In den Jahren 1978-1988 war er in Ungarn mit einem Publikationsverbot belegt, doch sowohl während dieser Zeit wie auch in den späteren Jahren erschienen weitere Publikationen des Autors. Im Mai 1990 wurde Konrád in das Amt des Präsidenten des Internationalen PEN-Clubs gewählt, 1997 zum Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste. In dieser Eigenschaft trieb er den Zusammenschluà der Ost- und West-Berliner Akademien voran. György Konrád ist Träger mehrerer Auszeichnungen und Preise, darunter des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und des Internationalen Karlspreises zu Aachen. In einem Interview, das Dunja Welke im Oktober 1997 mit György Konrád geführt hat, spricht der Literat über sein Leben und sein literarisches Werk.
"Die verlorenen Provinzen sind die groÃen, lebendigen Provinzen der Literatur" - Horst Bieneck beschreibt die Arbeit an seinen Oberschlesien-Romanen.
Horst Bieneck wurde am 7. Mai 1930 in Gleiwitz geboren. Nach dem Abitur arbeitete er bei der "Tagespost" in Potsdam als Redaktionsvolontär. Am 12. April 1952 wurde Bieneck wegen Agitation gegen die stalinistische Kulturpolitik zu 25 Jahren Zwangsarbeit in der Sowjetunion verurteilt. Nach seiner Amnestierung im Oktober 1955 siedelte er in die Bundesrepublik über. Als Schriftsteller debütierte Horst Bieneck 1957 mit dem Buch "Traumbuch eines Gefangenen". Zahlreiche weitere Publikationen folgten aus der Feder des Autors: Romane, Gedichte und Essays, von denen einige auch verfilmt wurden. Horst Bieneck war Träger mehrerer Preise und Auszeichnungen. Er starb am 7. Dezember 1990 in München. In einem Gespräch mit Wolfgang Tschuppik im November 1977 spricht Horst Bieneck über seine Arbeit und sein Leben.
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